Bekämpfung von Menschenhandel: Nach wie vor besteht menschenrechtlicher Handlungsbedarf

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Extreme Formen der Arbeitsausbeutung finden sich zum Beispiel auf dem Bau, in der fleischverarbeitenden Industrie, der Sexindustrie, der Gebäudereinigung, der Pflege © DIMR

Bekämpfung von Menschenhandel: Nach wie vor besteht menschenrechtlicher Handlungsbedarf

In den letzten Jahren hat die Bekämpfung von Menschenhandel in Deutschland Fortschritte gemacht. Dennoch besteht nach wie vor großer menschenrechtlicher Handlungsbedarf auf Bundes- und Landesebene. Zahlreiche Betroffene extremer Formen der Arbeitsausbeutung, zum Beispiel auf dem Bau, in der fleischverarbeitenden Industrie, der Sexindustrie, der Gebäudereinigung oder der Pflege, die in Beratungsstellen Unterstützung suchen, verdeutlichen das Ausmaß der Ausbeutung und die fließende Grenze hin zum Menschenhandel. Mit dem Zuzug von Flüchtlingen hat sich eine neue Risikogruppe herausgebildet: Aufgrund ihres unsicheren Aufenthaltsstatus, ihrem eingeschränkten Arbeitsmarktzugang und mangelnder Kenntnis ihrer Rechte in Deutschland sind Flüchtlinge in einer Situation, die sie anfällig für Ausbeutung macht.

Mittlerweile liegt ein spezialisiertes menschenrechtliches Regelwerk an staatlichen Verpflichtungen zur Bekämpfung des Menschenhandels und zur Unterstützung der Betroffenen vor. In dessen Zentrum stehen die Konvention des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels sowie das Sklavereiverbot aus Artikel 4 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Auf der Umsetzungsebene wirken beide Verträge zusammen.

Im Juni muss die Bundesregierung dem Europarat einen Zwischenbericht vorlegen

Im Juni 2017 muss die Bundesregierung dem Europarat über ihre Umsetzung der Europaratsempfehlungen zur Implementierung der Menschenhandelskonvention einen Zwischenbericht vorlegen. Das Institut nimmt dies zum Anlass, um in einer heute veröffentlichten Publikation die rechtlichen und politischen Entwicklungen im Bereich des Menschenhandels nachzuzeichnen. Die Publikation stellt zudem ausgewählte Empfehlungen des Europarates zur Bekämpfung von Menschenhandel vor, die bislang in Deutschland nicht umgesetzt wurden.

Deutsches Institut für Menschenrechte (2017): Bekämpfung von Menschenhandel – eine menschenrechtliche Zwischenbilanz. Handlungsfelder für die kommende Legislatur (Information Nr. 8)

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