Ausstellung: Mit Schuhabdrücken gegen gewaltsames Verschwindenlassen

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Schuhe, die Angehörige bei der Suche nach ihren verschwundenen Verwandten getragen haben © Guillermo Reynoso/CC BY 2.0

Ausstellung: Mit Schuhabdrücken gegen gewaltsames Verschwindenlassen

Jedes Jahr verschwinden weltweit Menschen, weil sie im Auftrag oder mit Duldung von Regierungen inhaftiert, entführt und ermordet werden. Die Angehörigen werden im Unklaren über das Schicksal der Verschwundenen gelassen, ihnen wird jede Auskunft über deren Verbleib verwehrt. "Gewaltsames Verschwindenlassen ist eine Verwirrungsstrategie. Damit wird nicht nur das Schicksal des Festgenommenen verschleiert, sondern zugleich die Tat als solche. Die Wahrheit wird wie nirgendwo sonst zum Streitfall", beschreibt der baskische Arzt und Psychologe Carlos Martín Beristain das Drama der Angehörigen.

Verschwindenlassen ist auch in Mexiko ein großes Problem

Niemand weiß genau, wie viele Menschen in Mexiko bislang gewaltsam verschwunden sind. Viele Fälle werden gar nicht erst angezeigt beziehungsweise auch bei Anzeige nicht registriert. Offiziell geht man von mehr als 32.000 Verschwundenen insgesamt aus, andere Schätzungen liegen sehr viel höher.

Der mexikanische Bildhauer Alfredo López Casanova thematisiert das Leiden der Angehörigen in seiner Installation "Spuren der Erinnerung". Er zeigt Schuhe, die Angehörige auf ihren langen Wegen bei der Suche nach ihren verschwundenen Verwandten und Bekannten getragen haben. Auf den Schuhsohlen hat der Künstler Botschaften der Angehörigen an die Verschwundenen eingraviert. Sie zeigen, wie sich die Familienangehörigen auf die Suche nach ihren verschwundenen Verwandten machen, wie sie nie die Hoffnung aufgeben und was sie alles tun würden, um die Vermissten wiederzusehen.

Ausstellungseröffnung in Berlin am 4. Juli

Das Deutsche Institut für Menschenrechte und die Heinrich Böll-Stiftung haben die Ausstellung nach Berlin geholt. Am Dienstag, den 4. Juli 2017, wird sie in Anwesenheit des Künstlers eröffnet. Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Programm:

18:30 Uhr Begrüßung

18:40 Uhr Lesung
Carlos Beristain liest aus seinem Buch "El tiempo de Ayotzinapa"
Der Arzt und Psychologe begleitet seit vielen Jahren Opfer gewaltsamer Konflikte in Lateinamerika, Europa und Afrika.
(Lesung auf Deutsch: Christiane Schulz, Deutsches Institut für Menschenrechte)

19:00 Uhr Gespräch mit dem Künstler
Alfredo López Casanova berichtet über seine Arbeit

Anschließend Empfang

Die Ausstellung wird vom 4. bis 7. Juli 2017 auf der Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin gezeigt.

Weiterer Termin: Galerie neurotitan in Berlin: 11.-22. Juli 2017

Weitere Informationen:

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